Stadtmuseum Schleswig

Schleswig in der Zeit des Nationalsozialismus

In Schleswig verfügte die NSDAP schon früh über eine starke Basis. Bereits 1925, im Jahr der Gründung des nationalsozialistischen Landesverbandes, bildeten Nationalsozialisten hier eine Ortsgruppe. Und nur sieben Jahre später, bei der Reichstagswahl vom Juli 1932, vermochte die Hitler-Partei mit einem Stimmenanteil von 50,7 % alle anderen politischen Gruppen in Schleswig weit zu überflügeln.

Eine mitentscheidende Ursache für den Erfolg der NSDAP in Schleswig lag in der Situation auf dem örtlichen Zeitungsmarkt, den die „Schleswiger Nachrichten“ klar beherrschten. Schon in den 20er Jahren stand dieses Blatt republikfeindlichen, antidemokratischen Bestrebungen positiv gegenüber. Seit 1930 entwickelte sich die Zeitung offen zu einem Sprachrohr der NSDAP und trug so wesentlich dazu bei, den Nationalsozialismus in Schleswig mehrheitsfähig zu machen.

Die Auffassung, dass in der Schleistadt zwischen 1933 und 1945 eigentlich „nichts Schlimmes“ geschehen sei, ist unhaltbar. Auch hier erfasste der nationalsozialistische Terror Teile der Bevölkerung:

  • Jüdische Mitbürger und Sinti wurden drangsaliert, ins Exil getrieben oder in Konzentrationslagern umgebracht.
  • Hunderte Patienten der psychiatrischen Anstalt wurden im Zuge der „Euthanasie“ in Einrichtungen außerhalb Schleswig-Holsteins deportiert und dort ermordet.
  • Zwangsarbeiter aus dem Ausland und Kriegsgefangene kamen bei ihrer oft sklavenähnlichen Arbeit in rüstungswichtigen Betrieben ums Leben.

Obwohl die Stadt und ihre nähere Umgebung bereits Mitte der 1930er Jahre militärisch stark ausgebaut wurden, blieb Schleswig im Zweiten Weltkrieg von direkten Kampfhandlungen weitgehend verschont. Doch Hunderte gefallene Schleswiger und das Schicksal von über 5000 Ausgebombten und Flüchtlingen, die seit 1944/45 in Schleswig lebten, erinnerten über den 8. Mai 1945 hinaus an die Schrecken des von Hitler begonnenen Krieges.

SA in Schleswig
1934

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Termine und Führungen

  • Führung: „Die Zwei Jahreszeiten - Fotografien von Dieter Damschen" 08. Februar 2026, 11:30 bis 12:30 Uhr

    Moderation: Dieter Damschen
    Kosten: 3 € zzgl. Eintritt,
    Anmeldung: telefonisch (04621 814800) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)

  • Führung: „Die Zwei Jahreszeiten - Fotografien von Dieter Damschen" 08. Februar 2026, 13:00 bis 14:00 Uhr

    Moderation: Dieter Damschen
    Kosten: 3 € zzgl. Eintritt,
    Anmeldung: telefonisch (04621 814800) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)

  • Führung: „Schleswig und die Demokratie" 18. März 2026, 15:00 bis 16:00 Uhr

    Führung zum Tag der Demokratiegeschichte
    Moderation: Claas-Lucas Siebels
    Kosten: 3 € zzgl. Eintritt
    Anmeldung: telefonisch (04621 814800) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)