Stadtmuseum Schleswig

Liebe Besucherinnen und Besucher,

die neuesten Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie betreffen auch Museen. Diese sind vom 2.11. bis 20.12.2020 für Besucher und Besucherinnen geschlossen. Das gilt somit nicht nur für das Stadtmuseum Schleswig, sondern auch für seine Dependancen, dem Museum für Outsiderkunst und dem Holm-Museum.

Wir reagieren selbstverständlich auf die Empfehlungen der zuständigen Behörden und werden Sie über weitere Maßnahmen auf unserer Website und allen weiteren Kanälen informieren.

Deutsch oder dänisch?

Schleswig in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Der Sieg Dänemarks über das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf im Nordischen Krieg (1700–1721) hatte für die Stadt Schleswig schwerwiegende Folgen. Die Stadt verlor die Vorteile einer herzoglichen Residenz, was sich besonders auf wirtschaftlichem Gebiet nachteilig bemerkbar machte. Immerhin erlebte Schleswig in der Amtszeit des königlich-dänischen Statthalters Carl von Hessen (1768–1836) als Verwaltungsmittelpunkt des Herzogtums Schleswig eine bescheidene Blüte. Die Ära dieses Statthalters erbrachte für Schleswig zudem eine sichtbare Bereicherung durch bedeutende Bauwerke und Einrichtungen wie das Rathaus, den Plessenhof, den Heespenhof, die „Irrenanstalt" und das Taubstummeninstitut.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege führten Schleswigs 11 000 Einwohner zunächst ein ruhiges Leben in provinzieller Abgeschiedenheit. In ihrem politischen Verhalten erwiesen sie sich als loyale Bürger des dänischen Gesamtstaates und verehrten König Friedrich VI. Diese biedermeierliche Beschaulichkeit endete, als die Ideen des Liberalismus und Nationalismus auch nach Norden vordrangen und den absolutistisch regierenden dänischen König veranlassten, vorsichtige Reformen einzuleiten. Diese rückten die Stadt in den Mittelpunkt des Geschehens:

  • 1831 kündigte Friedrich VI. die Einrichtung von Ständeversammlungen für die dänischen Inseln, Jütland, Schleswig und Holstein an. Einzelheiten wurden in der 1834 erlassenen Ständeverfassung festgelegt. Die Stadt Schleswig sollte Sitz der Ständeversammlung für das Herzogtum Schleswig werden.
  • Im Zuge einer Justiz- und Verwaltungsreform wurde 1834 eine gemeinschaftliche Provinzialregierung für beide Herzogtümer auf Schloss Gottorf eingerichtet und damit die Rolle der Stadt als Zentralort im Land gestärkt.

Die Eröffnung der Ständeversammlung am 11. April 1836 und die anschließenden Debatten aktivierten das politische Leben in Schleswig in einem unerwarteten Ausmaß. Jedoch wurde der Kampf der Liberalen gegen den Absolutismus des Königs von dem aufkeimenden nationalen Gegensatz zunehmend überlagert. Die Frage, ob Schleswig und Holstein weiterhin zu Dänemark gehören oder Teil eines deutschen Nationalstaates werden sollte, spaltete die Bevölkerung in zwei Lager. Der deutsch-dänische Konflikt wurde zunächst friedlich ausgetragen, wie das Sängerfest 1844 in Schleswig zeigte, seit dem Ausbruch der Revolution 1848 aber schließlich militärisch. In diesem dreijährigen Krieg, der auch als schleswig-holsteinische „Erhebung“ bezeichnet wird, stand die Stadt Schleswig als administratives Zentrum und Schauplatz entscheidender Schlachten wiederum im Brennpunkt.

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