Stadtmuseum Schleswig

Liebe Besucherinnen und Besucher,

aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie bleiben Museen bis auf Weiteres geschlossen. Damit Sie dennoch schon einmal einen Eindruck von unserer aktuellen Ausstellung mit Fotografien des preisgekrönten Niederländers Jan Banning erhalten, stellen wir Ihnen auf unserer Website jeden Tag ein neues Bild aus seinen unterschiedlichen Werkreihen vor. Wir starten mit seinem bekanntesten Projekt BUREAUCRATICS. Jan Banning wirft hier einen Blick hinter die Kulissen staatlicher Stellen in verschiedenen Ländern und Kulturregionen dieser Welt. Er porträtiert Staatsdiener und Staatsdienerinnen in ihren Amtszimmern: vom einfachen Archivar bis zum höheren Beamten. Tauchen Sie mit uns ein in die skurrilen Welten der verschiedenartigen Bürokratien.

Das Schleswiger Zimmer

Die Geschichte des Stadtmuseums reicht bis in das Jahr 1879 zurück. Auf Initiative des Historikers Michelsen gründeten damals Schleswiger Bürger den „Verein für Sammlung und Konservierung vaterländischer Altertümer in der Stadt Schleswig“. 1903 errichtete der Verein im Haus Gallberg 3 in der Altstadt ein „Altertumsmuseum“, das als direkter Vorgänger des Stadtmuseums anzusehen ist. Den Kern der Schausammlung bildete das „Schleswiger Zimmer aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts“, wie es damals genannt wurde. Dabei handelte es sich um eine Reihe von Einrichtungsgegenständen verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Stile. Ziel der Präsentation war es, „das Wohnzimmer eines wohlhabenden Schleswiger Bürgers oder Hofbeamten zur Anschauung zu bringen.“ Im Zusammenhang mit dem Neuaufbau des Museums als „Schleswig-Haithabu-Museum“ im Günderothschen Hof (seit 1932) und in den Wirren des Zweiten Weltkrieges gingen große Teile der Bestände des Altertumsmuseums verloren, darunter auch Einrichtungsgegenstände des Schleswiger Zimmers.

In der jetzigen Präsentation stehen Objekte aus den Stilepochen Empire (Sofa) und Biedermeier (Sitzgruppe, Sekretär, Spieltisch, Spiegel, Giraffenflügel und Kleid) im Mittelpunkt. Der Leuchter stammt aus Goethes Wohnhaus in Weimar. Die Stuckdecke (frühes 18. Jahrhundert) befand sich ursprünglich im Haus Pastorenstraße 1. Die Tapete wurde nach einer Motivvorlage aus dem Empire nachgedruckt. Das Zimmer ist mit folgenden Gemälden ausgestattet (im Uhrzeigersinn):

  • „Jagdgelände bei Schloß Gottorf“, um 1750
  • „Mädchen im Biedermeierkleid“ von W. Juncker, ca. 1850
  • „Porträt eines vornehmen Herrn“, spätes 18. Jahrhundert
  • „Meine Mutter“ von Friederike Westphal, 1865

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