Stadtmuseum Schleswig

Deutsch oder dänisch?

Schleswig in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Der Sieg Dänemarks über das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf im Nordischen Krieg (1700–1721) hatte für die Stadt Schleswig schwerwiegende Folgen. Die Stadt verlor die Vorteile einer herzoglichen Residenz, was sich besonders auf wirtschaftlichem Gebiet nachteilig bemerkbar machte. Immerhin erlebte Schleswig in der Amtszeit des königlich-dänischen Statthalters Carl von Hessen (1768–1836) als Verwaltungsmittelpunkt des Herzogtums Schleswig eine bescheidene Blüte. Die Ära dieses Statthalters erbrachte für Schleswig zudem eine sichtbare Bereicherung durch bedeutende Bauwerke und Einrichtungen wie das Rathaus, den Plessenhof, den Heespenhof, die „Irrenanstalt" und das Taubstummeninstitut.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege führten Schleswigs 11 000 Einwohner zunächst ein ruhiges Leben in provinzieller Abgeschiedenheit. In ihrem politischen Verhalten erwiesen sie sich als loyale Bürger des dänischen Gesamtstaates und verehrten König Friedrich VI. Diese biedermeierliche Beschaulichkeit endete, als die Ideen des Liberalismus und Nationalismus auch nach Norden vordrangen und den absolutistisch regierenden dänischen König veranlassten, vorsichtige Reformen einzuleiten. Diese rückten die Stadt in den Mittelpunkt des Geschehens:

  • 1831 kündigte Friedrich VI. die Einrichtung von Ständeversammlungen für die dänischen Inseln, Jütland, Schleswig und Holstein an. Einzelheiten wurden in der 1834 erlassenen Ständeverfassung festgelegt. Die Stadt Schleswig sollte Sitz der Ständeversammlung für das Herzogtum Schleswig werden.
  • Im Zuge einer Justiz- und Verwaltungsreform wurde 1834 eine gemeinschaftliche Provinzialregierung für beide Herzogtümer auf Schloss Gottorf eingerichtet und damit die Rolle der Stadt als Zentralort im Land gestärkt.

Die Eröffnung der Ständeversammlung am 11. April 1836 und die anschließenden Debatten aktivierten das politische Leben in Schleswig in einem unerwarteten Ausmaß. Jedoch wurde der Kampf der Liberalen gegen den Absolutismus des Königs von dem aufkeimenden nationalen Gegensatz zunehmend überlagert. Die Frage, ob Schleswig und Holstein weiterhin zu Dänemark gehören oder Teil eines deutschen Nationalstaates werden sollte, spaltete die Bevölkerung in zwei Lager. Der deutsch-dänische Konflikt wurde zunächst friedlich ausgetragen, wie das Sängerfest 1844 in Schleswig zeigte, seit dem Ausbruch der Revolution 1848 aber schließlich militärisch. In diesem dreijährigen Krieg, der auch als schleswig-holsteinische „Erhebung“ bezeichnet wird, stand die Stadt Schleswig als administratives Zentrum und Schauplatz entscheidender Schlachten wiederum im Brennpunkt.

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Termine und Führungen

  • Trauertattoo-Ausstellung - Finissage mit Fachvortrag Prof. Dr. Norbert Fischer zur "Geschichte und Gegenwart der Trauer- und Erinnerungskultur" 05. Oktober 2022, 19:00 bis 20:30 Uhr

  • Führung: UNICEF Foto des Jahres 30. Oktober 2022, 11:00 bis 12:00 Uhr

    Moderation: Angeline Schube-Focke Anmeldung telefonisch (04621-936820) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)

  • Führung: UNICEF Foto des Jahres 11. November 2022, 15:00 bis 16:00 Uhr

    Moderation: Angeline Schube-Focke Anmeldung telefonisch (04621-936820) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)

  • Führung: UNICEF Foto des Jahres 20. November 2022, 11:00 bis 12:00 Uhr

    Moderation: Angeline Schube-Focke Anmeldung telefonisch (04621-936820) oder per E-Mail (stadtmuseum [AT] schleswig [PUNKT] de)

Freiwilligendienst Kultur (FSJ) im Stadtmuseum

Auch im Jahr 2022/2023 bietet das Stadtmuseum Schleswig wieder einen Platz für ein FSJ Kultur an. Die Anmeldephase startet am 15. Januar 2022 auf der Seite der Freiwilligendienste Kultur und Bildung https://freiwilligendienste-kultur-bildung.de/. Wer Fragen bezüglich des FSJ Platzes bei uns im Stadtmuseum hat, der kann sich gerne bei unserer aktuellen FSJlerin Isabel unter der E-Mail-Adresse i [PUNKT] scheunert [AT] schleswig [PUNKT] de melden.

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